Meine Erfahrungen mit mobilem Bezahlen

— Produkttest —

Vor kurzer Zeit bekam ich die Möglichkeit, das mobile Bezahlen über das Smartphone einmal auszuprobieren – und zwar mit der cashcloud. Ich hatte schon viel vom mobile Payment via Smartphone im Allgemeinen gehört und wollte es ohnehin mal probieren – hier gibt es einen kleinen Erfahrungsbericht.

Die Marke cashcloud

cashcloud-Logo-900-x-400Ich hatte bis dato noch gar nichts von cashcloud gehört, aber ohnehin waren mit bislang nur ein oder zwei Unternehmen bekannt, die einen solchen Service anbieten. Nach kurzer Recherche fand ich heraus, dass es sich bei cashcloud um eine in Luxemburg ansässige Aktiengesellschaft handelt, die einen deutschen Vorstand hat.

Der Ablauf

Der Ablauf war anfangs relativ unkompliziert – trotzdem gab es eine Hürde zu passieren – aber dazu später mehr.

Ich bekam ohne Probleme in verschiedenen Briefen einen NFC-Sticker (auf der rechten Seite ein Beispielbild) und einen Willkommensbrief mit einer PIN und kurzen Erläuterungen zugeschickNFC Stickert.

Die App habe ich mir einfach im App Store herunter geladen und mir dort einen Account gemacht. Man kann sich scheinbar auch direkt über Facebook damit anmelden – ich glaube das hat den Vorteil, dass man seinen Facebook-Freunden im Theoriefall auch Geld per Cashcloud schicken kann – wenn beide ein entsprechendes Konto haben. Ich habe jedoch die konventionelle Variante gewählt und mich „manuell“ registriert. Auch das funktioniert in Minuten und ist wie jede andere Registrierung auch.

Das Aufladen des Cashcloud-Kontos funktionierte in meinem Fall automatisiert, da ich ein Startguthaben hatte – gewöhnlicher Weise läuft dies einfach über eine Banküberweisung. Scheinbar soll später (laut Angaben von Cashcloud im zweiten Quartal 2014) noch eine „Direkt Einzahlen“-Funktion eingeführt werden – was genau das ist, kann ich leider nicht sagen, aber den Button dafür (ohne weitere Funktion dahinter) gibt es jedenfalls schonmal in der App! Das Problem bei der Überweisung ist, dass man nicht direkt auf das Geld zugreifen kann, d. h. man überweist das Geld (z. B. per Online-Banking) auf ein Bankkonto und muss durch den Banktransfer einige Tage warten, bis es tatsächlich beim Empfänger (und damit auf dem Cashcloud-Konto) ist. Eleganter hätte ich hier eine andere gängige Zahlmethode (z. B. PayPal oder Sofortüberweisung) gefunden, die das Ganze direkt verarbeitet – aber das kann ja noch werden.

Wenn das Geld also auf dem Cashcloud-Konto ist, sollte man meinen, dass man bereit ist, mobil damit zu bezahlen – aber so einfach ist das leider nicht. Man muss nämlich noch einen Betrag auf den Sticker laden. Man kann also z. B. 100,- € auf dem Cashcloud-Konto haben und muss einen Teil davon (z. B. 60,- €) auf den Sticker laden, damit man mit diesem bezahlen kann. Meiner Meinung nach ist das Ganze hier schon ein Problem, denn mit Bequemlichkeit hat das nicht viel zu tun. Während man z. B. mit seiner EC- oder Kreditkarte einfach in einen Shop gehen kann, um etwas zu kaufen, sind beim Mobile-Payment-Sticker schon zwei Vorschritte notwendig: Konto aufladen – Sticker aufladen.

Leider hat das Laden des Stickers bei mir auch noch zu einem kleinen Problem geführt, da im Ladeprozess nach einer PIN gefragt wird, jedoch nicht genau definiert ist, um welche es sich dabei handelt – es gibt nämlich eine eWallet-PIN (quasi eine PIN für das cashcloud-Konto) und eine Sticker-PIN. So nahm ich fälschlicher Weise an, dass es sich wohl um die Sticker-PIN handelt. Nach mehrmaligen Missversuchen schrieb ich dann eine E-Mail an den Support, der glücklicher Weise auch schnell antwortete (innerhalb von 24 Stunden). Nun wusste ich also, um welche PIN es sich handelt und lud sogleich meinen Sticker auf.

Ich wollte also loslegen, also suchte ich ein wenig nach Akzeptanzstellen für den Sticker. So direkt war das leider nicht ersichtlich, aber nach ein bisschen Suchen auf der cashcloud-Seite fand ich einen entsprechenden Link – was das angeht ist die Website leider nicht allzu übersichtlich. Leider gibt es in meiner Nähe nicht allzu viele Akzeptanzstellen – üblich sind bisher scheinbar Tankstellen (aber die nutze ich nicht, da ich kein Auto habe) und vereinzelt Einzelhandelsketten wie z. B. Galeria Kaufhof. Ich entschied mich also dazu das Ganze online auszuprobieren, da ich in dem Willkommensschreiben darauf hingewiesen wurde, dass man den Sticker auch ähnlich wie eine Kreditkarte benutzen kann. Ich habe testweise versucht den Sticker zu „überziehen“, aber das führte dazu, dass die Kreditkartenzahlung für mich in den entsprechenden Shop gesperrt wurde :-( Also habe ich einen anderen Shop ausprobiert und im Rahmen des auf den Sticker geladenen Geldbetrages funktionierte das auch einwandfrei! Die Ware kam an – das Geld wurde abgebucht.

Die App und die Website

Diescreen568x568 App empfinde ich als sehr statisch und altmodisch und gefühlt ist diese auch relativ langsam. Ich weiß jedoch nicht, ob dies nur Wahrnehmung oder Realtität ist, da ich keine besonderen Tests gemacht habe, sondern einfach ein bisschen herumgeklickt habe. Spaß macht mir die Benutzung definitiv nicht.

Die Website empfinde ich auf den ersten Blick – solange man cc-websitenicht eingeloggt ist und nichts spezifisch sucht – als relativ übersichtlich – jedoch erkennt man (wie bereits oben erwähnt), sobald man etwas gezielt finden möchte, dass diese doch nicht sehr benutzerfreundlich ist. Nach dem Login bekommt man übrigens genau die gleiche Ansicht wie die, die man in der App dargestellt bekommt – nur, dass diese nicht so gut funktioniert – siehe dazu den Screenshot – ich habe möglicherweise vertrauliche Informationen mal ausgeblaut.

Fazit

Ich selbst fand das Thema definitiv interessant einmal auszuprobieren, aber für mich persönlich wird Mobile Payment keine Alternative zu dem herkömmlichen Bezahlen (z. B. Bar oder EC-Karte) sein, da dieses noch zu aufwendig ist und sich mir einfach kein wirklicher Vorteil erschließt – außer vielleicht, dass man das Geld / die Karte nicht mehr in seinem Portemonnaue mitführen muss. Aber ein wirklicher Vorteil ist dies auch nicht, solange das Smartphone nicht alle Funktionen eines Portmonnaies ablöst, so habe ich hier z. B. auch Personalausweis, Studentenausweis und andere Karten drin, die ich ohnehin immer mit mir zu führen habe. Eine Erleichterung ist dies also nicht. Cashcloud selbst funktioniert – wenn auch nicht ohne Weiteres. Ich schätze, dass der Service für Menschen ohne Webaffinität absolut gar nichts wäre, aber ich bin definitiv trotzdem gespannt, wie sich das Ganze in Zukunft entwickeln wird.

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